Es kommt nicht so oft vor, dachte er sich und lief davon. So schnell wie noch nie machte er sich aus dem Staub. Und so wie er die Dinge sah, zumindest wenn er sich einmal Zeit nahm die Dinge ernsthaft zu betrachten, konnte er gar nicht anders.
Welche Dinge? Er wusste keine Antwort. Die Fragen stellte er sich kaum selber. Er kratzte gelegentlich an der Oberfläche der Unzufriedenheit und beließ es dabei unaufgefordert sein Desinteresse an der Welt abzusondern.
"Ich kann nicht mehr. Du machst mich fertig. Das Schlimmste ist, du weißt nichts davon," klagte er sie an. Leider konnte sein Spiegelbild wenig bis gar nichts für seine Lage. Aber allein seinem temporären Zwillingsbruder traute er zu, seine Vorwürfe zu ertragen. Sonst niemanden. Nach einem Ausweg wollte er auch nicht suchen. In ihm lebte die skurille Vorstellung, seine Missgunst könnte ihn zum Wohlbefinden führen.
Er schrieb:
" Es ist wohl Frühling. Und ich mag das. Das ist nichts falsches dran, es ist nur so. Dich mag ich auch. Dass das falsch ist, wissen wir. Du eigentlich schon immer und ich auch.
Wo auch immer du jetzt bist, ich hoffe, es geht dir gut. Verzeih, dass ich frage. Es ist wohl so. Ein wenig falsch. So laut.
Geh weg, weil du willst. Bleib nicht da, weil du musst. Verlass die Verlassenden... bevor du erneut verlassen bist..."
Es tropften Tränen auf das Blatt vor ihm. Er schob es auf den Regen, aber was wollte er damit erreichen?
Nichts, es tat nur wieder mal gut. Außerdem hat sie es nicht gesehen.
Hut ab.
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vor 4 Jahren