Donnerstag, 26. Februar 2009

Da Lent - Day 2: Alone with my thoughts

Wenn ich aus dem Fenster schau, dann sehe ich die Autos auf dem Parkplatz darauf warten, dass sie in einer Stunde zum Heimfahren angestartet werden. Das Wetter ist auch schiarch. Die Leute sind schiarch. Und in weiter Ferne klatscht ein fein säuberlich durch die Nase gelassener Bauernschneutzer elegant leise auf den harten Gehsteigbeton. Heimat!
Der Februar in all seinen Fasetten. Noch zwei weitere Tage wird dieses schauderhafte Monat uns mit seiner Anwesenheit belästigen. Ich gehe jetzt nachhause. Besser gesagt, ich werde fahren. Auf der Straße mit den langen Geraden, den gachen Kurven, den überrollten Hasen, deren Eingeweide sich in zentimeterdicken Fäden aus den flach gepressten Körpern schlängeln. Die Kreuze am Wegesrand erzählen traurige Geschichten von jungen Menschen, die eines Tages nicht mehr zuhause angekommen sind.
Aber an so etwas denkt man halt nicht wirklich, wenn man dieses fürchterliche Mopedauto überholt. Und zwar auf der unübersichtlichen Kuppe, bei der man nur glaubt, in den gesamten Straßenverlauf Einsicht nehmen zu können. Dem Hasen wird das egal gewesen sein. Heimat!

Mittwoch, 25. Februar 2009

Da Lent: Day 1 - Introduction

Wieder auf Anfang.
Wo waren wir eigentlich stehen geblieben, liebe Landsleute?
Man soll ja grundsätzlich nicht immer der Vergangenheit nach weinen, sagt man. Weil bringt ja eh nichts. Ein bisschen zwar schon, aber nicht zu viel! Nicht wahr?
Nicht wahr. Hier also bin ich wieder. Zurück um etwas zu beginnen. Ein neues Projekt, einen neuen Weg, einfach anders.
Die Zeit war lang und ich muss zugeben, dass mir in letzter Zeit etwas gefehlt hat. Das Schreiben an und für sich. In meinem Fall eher für mich. Oder Euch. Je nach dem.
Wenn ich aus dem Fenster blicke, dann sehe nichts mehr. Nur noch Österreich. Das Innviertel. Daheim.
Ich bin zum Ursprung zurück gekehrt um einen neuen Abschnitt in meinem Leben zu beginnen. Den ernsthaften dieses Mal. Nur was heißt das konkret?
Die Antwort auf diese Frage will ich an dieser Stelle finden. Wo findet man die Antwort? In mir drinnen, richtig.
Ich ändere die Perspektive. Meine Erzählungen aus Australien waren die Abbildung der Realität in meinem Herzen, gefiltert durch das Gefühl des Bauches. Wir nannten es Wahrheit.
Jetzt aber gehen wir den umgekehrten Weg. Rückwärts nach vorne, quasi. Ich möchte von mir wissen, was oder wer ich bin. Um mich zu finden, muss ich in mir selbst suchen. Viele werden sich jetzt denken:" Boah, gar nicht so leicht! Aber wer, wenn nicht du kannst das schaffen?" Ich sage:" Stimmt."
Am Ende werde ich meine Gedanken, Gefühle, Irrungen und Wirrungen des Herzens und sonstiger Organe hier ausbreiten. Das mag dem einen oder anderen grauslich erscheinen, aber nur so geht's. Es muss gelingen! Und es wird. Sicher.
Die Wahrheit von innen heißt Ehrlichkeit.
Also, werde ich ehrlich sein und meinen Weg durch die Fastenzeit hier begleiten. So ernst und bitter wie nur möglich. Denn nur so entsteht wahre Ehrlichkeit.


Hut ab.