Wenn man beim Aufheben eines Hundstrümmerls Tränen in den Augen hat, dann kann etwas nicht stimmen. Oder man schneidet gerade Zwiebeln. Aber wer schneidet schon bei einem Spaziergang Zwiebeln? Höchstens gestresste Spitzenköche.
Kann man von einem Sonnenuntergang Abschied nehmen? Eher nicht. Auch dann nicht, wenn man das letzte Mal für eine lange Zeit den Feuerball über den Hügeln des Mount Kootha verschwinden sieht? Und der Brisbane River all die Farben der Dämmerung eines perfekten Sommertages reflektiert? Wahrscheinlich kann das nur der dauerbetrunkene Sandler ungestraft machen, der sich immer gefreut hat, wenn Toby und ich an ihm vorbei gegangen sind.
Stimmt es, wenn man sagt, man wird das alles nicht vergessen? Wird nicht der Tag kommen, an dem die Schönheit, der Genuss und die Freude der letzten Zeit als weit entfernte Erinnerung am Horizont des Gedächtnisses winkt und kaum hörbar fragt, wann man sie wieder einmal zu sich holen will? Sei es nur auf einen schnellen Kaffee.
Kann es sein, dass man aus bloßer Angst vor der Ungewissheit der Zukunft hofft, dass manche Stunde niemals kommen wird? Sollte man sich nicht besser vorbereiten? Wie geht das? Sind wir so auf Genuss programmiert, dass Herausforderungen nur noch Angst verbreiten und nicht als Chance verstanden werden? Auch wenn die einzige Chance im Scheitern besteht.
Werde ich sie vermissen, diese Tage in Brisbane und all den anderen Orten, die ich in den letzten dreieinhalb Monaten besucht habe? Die Menschen, die ich in der Zwischenzeit Freunde nennen darf? Cameron, Cathy, Melloy und Eli?
Ja.
Liebe Landsleute!
Es reicht. Es geht ans Abschied nehmen. Meine Zeit in Australien ist abgelaufen. Ich ziehe mich in die Kälte des mitteleuropäischen Winters zurück. Dies wird das letzte Mal sein, dass Ihr an dieser Stelle die Wahrheit über mich in Australien zu lesen bekommt.
Das Finale also. Lange Zeit habe ich mich gegen diesen Gedanken gewehrt, wollte nicht zulassen, Euch zu enttäuschen zu müssen. Aber wie so vieles im Leben geht alles Schöne irgendwann zu Ende. Es ist halt so.
Versteht mich nicht falsch! Ich freue mich auf die Heimat. Irgendwie. Auf Euch, liebe Heldinnen und Helden!
Ihr seid der Grund, warum ich dem Abschied aus Brisbane auch eine positive Seite abgewinnen kann.. Dennoch fällt es schwer an einem sonnigen und warmen Morgen von der Sonne aufgeweckt zu werden nur um feststellen zu müssen, dass der gepackte Rucksack einem selbst gehört und der darauf wartet zum Flughafen gebracht zu werden.
Genug davon.
An dieser Stelle –wo sonst?- möchte ich mich bei Euch, all den Heldinnen und Helden, bedanken. Vielen Dank für Euer Interesse an meinen Spinnereien, die an dieser Stelle in schriftlicher Form verewigt wurden. Ich hoffe, dass zumindest einige meiner Geschichten in der Lage waren Euch zu erfreuen oder zu erheitern. Es war sicherlich nicht immer leicht meinen Gedanken zu folgen.
Aber seid gewiss, Heldinnen und Helden, die Wahrheit wird es immer geben! Nur nicht mehr in Geschichten über einen jungen Innviertler in down under. Alles andere bleibt gleich.
Am Ende bleibt immer eine einzige Frage: Wie fühlen Sie sich?
Keine Ahnung. Kein Problem.
Und aus.
Hut ab.
P.s.: Es wäre mir eine Ehre, wenn sich die Leser dieses Blogs mit einem Kommentar im Anhang an diese Geschichte verewigen würden. Keine Verpflichtung. Und lasst mich auch wissen, ob und falls ja welche der Einträge Euch besonders gefallen haben.
Vielen Dank.
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