Dienstag, 10. März 2009

Da Lent - Day 14: A Rush of Parachutes

"Du bist wie Coldplay", sagte sie. " Ich habe dich mal gemocht."
Was soll man darauf antworten? Wollte sie überhaupt eine Antwort oder war es ihr bloß ein Anliegen das los zu werden und keine Reaktion abzuwarten?
Dann drehte sie sich um und weg war sie. Sie ließ mich stehen, wie einen Krone Zeitungsstand am Sonntagmorgen, den man im vorbei gehen den Inhalt aus dem Beutel zieht. Gleichgültigkeit zum Quadrat. So war das als sie ging.
Ich war nicht böse. Überrascht vielleicht. Allerdings nicht so sehr bezüglich der Tatsache, dass sie sich jetzt doch entschieden hatte Abstand zu nehmen sondern viel mehr wegen Coldplay.
Warum war ich wie Coldplay?
Später erhielt ich einen Brief von ihr:

" Hey Floximo!

Du bist wie Coldplay! Es ist so. Glaub ja nicht, ich hätte das nur so gesagt damit du deine Luftgittarenfantasien in diese Richtung ausleben kannst.
Nein, du bist wie Coldplay. Lass dir das gesagt sein. Streite es nicht ab, denn tief drinnen weißt du, dass es so ist!
Weil du wie Coldplay bist, musste ich gehen. Weg von dir. Es ging nicht anders. Wo nichts mehr ist, kann auch nichts mehr entstehen. Keine Gefühle, keine Zuneigung oder sonst was. Kein nichts!
Du warst wie Coldplay als wie uns das erste Mal trafen. Schüchtern, leise, aber euphorisch, weil du etwas raus lassen konntest. Noch hattest du keine Ahnung, ob das jemals irgendwem erreichen würde. Du hast nur für dich gelebt und es waren einige Perlen darunter. Intime Auswüchse deiner Gedanken, die mich in Mark und Bein erschütterten, weil ich gemerkt habe, dass einer hundertprozentig ehrlich zu mir war. Du warst Parachutes. Ich habe dich entdeckt und geliebt.
Es gefiel dir, dass du gehört wurdest. Besser erhört wurdest. Coldplay gewann dadurch die Sicherheit, seinen Unsicherheiten Ausdruck zu verleihen. So wie du. Es reichte dir so zu sein wie du und plötzlich merktest du, dass dich die Leute dafür mögen. So wie du warst. Unverfälscht, ehrlich. Dies machte deinen Erfolg aus. Deine bestimmte Relativität. Sie wurde verstanden. Von den Menschen, die dir nahe und ähnlich waren. Nobody said it was easy....
... Nobody said it would be this hard.
Danach gab es für dich nur noch eine Frage: Was soll ich mit meiner Zufriedenheit anstellen? Will ich noch mehr Menschen erreichen, meinen eingeschlagenen Weg fortsetzen? Meiner gewonnenen Sicherheit Platz geben?
Coldplay machten X & Y. Du auch! Plötzlich waren deine Kanten weg. Glatt geschliffen durch den Versuch, es allen Recht machen zu wollen. Oder zu müssen. Das DU musste zurücktreten hinter dem WAS du für die anderen warst. Die anderen, denen du bis lang egal warst. Sie haben in all den Jahren, in denen Leute wie ich dir schon nah gewesen waren, nicht einmal Notiz genommen. Von dir! Du allerdings gingst auf sie zu, damit sie auch ja gar keinen Schritt von sich aus machen mussten.
Ich habe das nie verstanden. Du wurdest mir fremd. Ständig stellte ich mir die Frage, ob hinter all deinem Auftreten, deinen Worten, ja, auch deinem Gesicht wirklich noch die selbe Person stand, die mir einst so viele schöne Stunden beschert hatte. Stunden der Ruhe und Ehrlichkeit, die man ansonsten mit kaum jemand hat.
Und jetzt bist du gefangen in deiner eigenen Oberflächlichkeit. Die Menschen die dich nun hören wollen brauchen auch nicht mehr. Sie sind es gewohnt, dass du dich ihnen anpasst und nicht umgekehrt. Ja, ja sie geben dir Bestätigung, dass du gut bist in dem was du machst. Aber dir reicht das nicht mehr! Du willst zurück. Zu den simplen Dingen. Aber das geht nicht. Dort wo du hin willst, ist niemand da. Sie sind alle gegangen. Wo anders hin . Sie haben nicht mehr auf dich gewartet.
Ich bin auch weg. Ich habe mir Viva La Vida nicht mehr gekauft.
Du bist wie Coldplay. Für mich. Wenn dich sehe oder höre denke ich daran, wie es früher mit uns war und lächle. Weil mir die Vergangenheit was bedeutet. Doch mit der Gegenwart weiß ich nichts mehr anzufangen.
Du bist Coldplay. Und ich bin weg.
Don't panic.
X (and not Y)."

Aha.


Hut ab.

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