Wieder einmal: Pariasek Rainer und Thomas Sykora aus Brisbane.
RainerP.: Herzlich Willkommen, meine Damen und Herren! Die Entscheidung ist gefallen. Leider gibt es keinen österreichischen Sieg zu vermelden, aber immerhin ein zweiter Platz ist es geworden. Denn der Sieg im heutigen Vor-dem-Fernseher-einschlafen-Wettbewerb in der Beattie-Street-Klasse geht an das Veranstalterland, Australien. Auch im Jugendbereich und im Frauenwettbewerb gab es ausschließlich Siege für Australier.
Wir wollen nun die Herren-Entscheidung analysieren, die nicht von dem haushohen Favoriten Cameron Murray entschieden wurde, sondern der Sieg ging unerwartet an den Außenseiter Paul Melloy.
Bei mir steht jetzt der Thomas Sykora, der ja sonst nichts zu tun hat, und uns deshalb bei der Aufarbeitung des Rennens helfen wird. Grüss Sie, Sykora Thomas!
Sykora,T.: Ja danke, Rainer. Es freut mich sehr, dass ich gemeinsam mit Ihnen, liebe Zuschauerrinnen und Zuschauer, diesen ungemein spannenden Wettkampf analysieren darf. Mir war schon wirklich gescheit fad daheim. Also auf geht's!
RainerP.: Ein Wort zu den Bedingungen?
Sykora,T.: Gut.
RainerP.: Aha.
Sykora,T.: Nun, man kann durchaus von fairen Bedingungen sprechen. Das Fernsehprogramm war ausgesprochen anspruchslos und die Starter haben sich relativ schnell auf eine Sendung geeinigt. Die Abstimmung hat also gepasst. Eine Dokumentation, also nicht unbedingt schwierig dabei einzuschlafen. Keiner hatte einen Vorteil, hat sie schon einmal gesehen oder war speziell gelangweilt.
RainerP.: Die Beginnzeit war kein Problem? Immerhin haben sie schon um halb neun angefangen.
Sykora,T.: Möchte man meinen. Aber die Burschen waren gut vorbereitet, müde und satt, das war kein Problem. Und wie man an der Siegerzeit sehen kann, sind sie nur ganz knapp am Weltrekord vorbeigeschrammt.
RainerP.: Dieser wird nach wie vor von Vizekanzler Josef Pröll gehalten. Zwar wird die Regularität davon angezweifelt, denn Pröll ist damals bei einer von ihm gehaltenen Rede eingeschlafen...
Sykora,T.: ...Aber der Rekord steht.
RainerP.: Kommen wir zum Drittplatzierten! Cameron Murray ist als haushoher Favorit ins Rennen gegangen. Schlussendlich aber geschlagen. Woran lag es?
Sykora,T.: Nun, der Cameron ist sicherlich ein guter Früh-zu-Bett-Geher, aber vor dem Fernseher zeigt er durchaus noch Schwächen. Wie man auch gesehen hat, hat er vergessen eine angenehme Sitz- beziehungsweise Liegeposition einzunehmen. Dazu hat er nebenbei gelesen. Damit hat er sich die eine oder andere Minute Schlafenszeit geraubt. Und bei einem so schnellen Rennen wie gestern, muss schon alles zusammenpassen, damit man am Ende als Erster flachliegt. Hat nicht sollen sein für den Murray. Dennoch für mich ist er weiterhin der am Ausgeglichenste in allen Disziplinen. Außerdem der Konstanteste. Für die Gesamtwertung bleibt er mein Favorit. Auch wenn er gestern geschlagen wurde.
RainerP.: Immerhin ist er im Besitz der "Roten Augen", dem Zeichen für den Führenden in der Gesamtwertung.
Aus österreichischer Sicht erfreulich, der zweite Rang von Zillner Florian. Aber, wir haben schon ein bisserl spekuliert, es könnte auch ein Platz weiter vorne werden. Woran ist er letztenendlich gescheitert?
Sykora,T.: Um ganz oben zu schlafen, muss einfach alles passen. Training, Abstimmung und die Liegepositionen. Ich persönlich hätte an seiner Stelle wohl noch die eine oder andere Nacht mehr durchgemacht. Er ist aber nach Sydney und ein paar ordentlichen Räuschen und einer daraus resultierenden Übernachtigkeit in den letzten zwei Nächten etwas leiser getreten.
RainerP.: Ein Fehler, wie man jetzt sehen kann?
Sykora,T.: Schwer zu sagen. Jedenfalls war es nicht ausschlaggebend. Müde war er ja, keine Frage. Nur hat er bei seiner Liegeposition kleine Fehler eingestreut. Das hat sich gerächt. Ein Bein in der Waagrechten, während das andere auf dem Boden stand. Klassischer Inneneinschläfer-Fehler, falsche Körperhaltung, kerzengerade auf dem Rücken gelegen. Da kann man schwer einschlafen. Und gegen einen überragenden Melloy war damit nichts zu holen. Trotzdem Respekt, klasse Leistung.
RainerP.: Und wer diesen jungen Mann kennt, der weiß, dass er sicher nicht das letzte Mal auf einer Couch eingeschlafen ist.
Sykora,T.: Ein wirklich großes Talent! Ich habe mich mit seinen Betreuern, Bier Brauer und Binge Drinker, unterhalten. Die haben gemeint, sie haben schon lange keinen mehr gesehen, dem beim Gehen die Füße und beim Reden das Gesicht einschläft. Ein Jahrhunderttalent, geschlagen nur um einen Hauch.
RainerP.: Womit wir beim Sieger angekommen wären. Viele haben ihn nicht auf der Rechnung gehabt, aber offensichtlich ein müder Krieger. Paul Melloy, Sieger! Verdient, Thomas?
Sykora,T.: Es gewinnt immer der, der als erster einschläft! Und der Melloy hat einfach alles richtig gemacht. Zunächst ist der zwei Nächte nacheinander gescheit fort gegangen. Dann hat er sich richtig von der Hitze erschlagen lassen und dann war auch noch laufen. Da hat sich abgezeichnet, dass er heiß auf den Sieg war. Gleichzeitig hat er die größte Couch bezogen, sich der Länge drauf gelegt und von Anfang hat er dem Programm kaum Beachtung geschenkt. Ein verdienter Sieger.
RainerP.: Vielen Dank, Thomas. Unsere Sendezeit ist leider vorbei. In Kürze folgt der Club 2. Heute mit dem spannenden Thema:" Kann ein Emo nur eine Schnitte als Freundin haben?"
Sykora,T.: Traurig.
Und wenn sie noch nicht aufgestanden sind, dann schlafen sie noch immer.
Hut ab.
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vor 4 Jahren
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