Freitag, 26. September 2008

Fame


An Freitagen liegt eine gewisse Spannung in der Luft von Brisbane, oder nennen wir es lieber Vorfreude. Manche sagen, das läge vor allem daran, dass das Wochenende für die meisten Berufstätigen ansteht. Viele sagen:" Das stimmt!"
Eine andere Erklärung wäre, dass die Menschen den Casual Friday (soll heißen, die Kleidungsvorschriften in den Büros werden gelockert) dazu nutzen sich nach Dienstschluß mit den Kolleginnen in einem naheliegenden Pub hemmungslos zu betrinken. Die Anzahl der Verkehrskontrollen an Freitag Nachmittagen widerspricht dem nicht unbedingt.
All das würde mit einen Eindrücken übereinstimmen, die ich bei meinem heutigen Spaziergang durch das West End gesammelt habe.
Trotzdem sind diese Theorien falsch. Die Wahrheit ist eine andere.
Jeden Freitag erwartet ganz Brisbane das Erscheinen der neuen Ausgabe von Fourthousand- subcultural Guide to Brisbane, einem der 7 wichtigsten Straßenmagazinen der Stadt. Naja, vielleicht nicht ganz Brisbane, so wirklich 1,1 Millionen Menschen werden nicht unbedingt darauf warten. Aber zumindest die, die wissen, dass das Magazin an Freitagen erscheint. Kurz- die Helden.
Warum erzähle ich das eigentlich? Nun, Fourthousand bestimmt was und wer cool in Brisbane ist. Für eine Bar kann eine Erwähnung darin enorm viel bewirken. Was genau? Keine Ahnung.
Darüber hinaus zeigt Fourthousand die hippsten Nachtschwärmer und die Setter der Trends von morgen. Aber nur acht davon. Die acht wichtigsten Menschen der australischen Subkultur. Abgebildet auf einem Foto auf der Homepage des Blattes. Acht Fotos, die bestimmen was morgen Millionen von Menschen denken, fühlen oder zumindest anziehen.
Und unter den acht dieser Woche befindet sich ein junger, adretter, begabter, intellektueller und gutaussehender Mann. Cameron! Nein, stimmt nicht.
Ich! Ich bin eine von acht Personen, die vor der Show von Bill Bailey Dienstag Abend vor die Linse gebeten wurden, um die neueste Ausgabe von Fourthosuand zu bereichern.
Ich liebe Brisbane! Und Brisbane liebt mich!
Endlich erfahre die Sorte Anerkennung, die man sonst vielleicht nach 4 Toren in einer Halbzeit bekommt. Die Blicke, das Getuschel, das Kreischen, wenn ich auf den Straßen von West End spaziere,es bleibt noch aus. Aber das ist nur noch eine Frage der Zeit.
Ich muss gestehen, in den letzten Tagen war ich ein wenig ratlos. Ratlos ob meiner eigenen Unfähigkeit weiter als 48 Stunden zu planen. Oder der von mir gewählten Form der Zimmerdekoration, nämlich Chaos. Stellt euch vor, mein Kleiderschrank ist ein Wäschetrockner. Hier schon das Ende meiner Ratlosigkeit zu vermuten, wäre zwar erstrebenswert, entspricht jedoch nicht der Realität. Soviele unbeantwortete Fragen türmen sich vor mir auf, und fordern eine nach der anderen abgearbeitet zu werden. Ich weiß nicht einmal, mit welcher ich anfangen soll. Alles in allem habe ich nach 4 Wochen noch viel Restprogramm für die restliche Verweildauer übrig gelassen.
Aber, Wurscht. Ich bin im Fourthousand. Über jeden Zweifel erhaben. Was will ich mit solcher negativen Energie, Mensch.
Wer braucht schon Selbstbestätigung, wenn er sich selbst anziehen kann.


Hut ab.

Hier der Link: http://www.fourthousand.com.au/issues/63/

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