einst verliebte ich mich in Babsi Schett.
Im Grunde ist der Ort Noosa Heads immer eine Reise wert. Der Lonely Planet empfiehlt den Ort allen Reisenden, die entlang der australischen Ostküste unterwegs sind. Nicht unbedingt zu unrecht. Neben den relativ modernen Ortskern in der Hastings Street mit seinen zahlreichen Surfshops sämtlicher Weltmarken, sowie teuren und noch teueren Restaurant, bietet sich, an den Ortskern anschließend, ein Nationalpark an erkundet zu werden. Dieser Nationalpark stellte auch den Hauptgrund für Verena, Max und mich dar um die einstündige Fahrt dorthin auf uns zu nehmen. Noch dazu bot das Wetter nicht unmittelbar Anlass in Caloundra zu verweilen, da es für einen Tag am Strand und den Wellen etwas zu bewölkt und zu windig war. Kurz um das Wetter war schiarch.
Die Kleidung schick, die Erscheinung adrett,
so begann die Suche nach Babsi Schett.
Allerdings kennt Verena zufällig Babsi Schett. Und rein zufällig hat sich das ehemalige österreichische Tennisstarlet mit ihrem nunmehrigen Ehemann, einem Australier, in Noosa niedergelassen. Diese Tatsache allein war Grund genug, die gesamte Fahrt nach Noosa unruhig auf der Rückbank des Leihautos von Max und Verena herumzuwetzen. Angespannt und nervös machte ich mir Gedanken, wie wohl ein Zusammentreffen mit der feschen Tirolerin ablaufen würde. Nach circa zehn Minuten war ich mit sämtlichen erotischen Phantasien durch und es blieb noch genug Zeit um ganz seriös an die Sache heranzugehen. Trotzdem, je geringer die Entfernung auf den Straßenschildern, desto unsicherer wurde ich. Was könnte man und vor allem was sollte man auf keinen Fall einer österreichischen Prominenten bei einem Zusammentreffen am anderen Ende der Welt mitteilen?
Zum Surfen, da braucht man ein Brett,
doch wie findet man Babsi Schett?
Leider stellte sich Noosa Heads als ein kleines Touristennest heraus, das von den Einheimischen- meinen Eindrücken nach- eher gemieden wird. Kurzum, von Babsi keine Spur. Da half es auch nicht, dass ich aufmerksam jeden von uns passierten Tennisplatz auf eine blonde Spielerin mit geschmeidiger Vorhand und druckvoller Top-Spin-Rückhand absuchte. Sie blieb unentdeckt. Davon ließen wir uns jedoch nicht entmutigen und starteten etwas trotzig zwar einen Rundgang durch den Noosa Heads Nationalpark. Zwar konnten wir keine der versprochenen Koalas sichten, dafür gelangten wir an einige sehenswerte Strände, die aber an diesem Tag bloß von einigen unverwüstlichen Surfern genutzt wurden, da traumhafte Wellen diesen die widrigen äußeren Bedingungen abgalten.
Mate, why are you so damn wet?
Sorry, I was lookin’ for Babsi Schett.
Auch nach unserer Rückkehr aus dem Nationalpark war Babsi, wie ich sie inzwischen nannte, immer noch nicht aufgetaucht. Die Hoffnung schwand zusehends, sie an diesem Tage noch zu Gesicht zu bekommen.
Da! Auf einmal, Sie, blond, aber viel zu fett.
Das war sie nicht, die Babsi Schett.
Desillusioniert musste ich kurz vor Sonnenuntergang akzeptieren, dass ein Treffen mit Babsi an diesem Tag nicht statt finden würde. Noch dazu wären Verena und Max bald ohne mich in die Wohnung zurückgefahren. Irgendwie schien ihnen das nicht soviel auszumachen, dass sie unsere beste Tennisspielerin aller Zeiten nicht zu Gesicht bekommen würden. Wer mag es ihnen verdenken. Schließlich hat jeder Mensch andere Träume und verwirklicht diese auf seine eigene Art und Weise. Doch zu wissen, dass man der Erfüllung eines seiner Träume so nahe kommt und letztlich doch scheitert, schmerzt im nachhinein besonders.
Aber ich komme wieder.
Traurig und müde ging ich zu Bett,
und träumte von ihr, von Babsi Schett.
Hut ab.
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