Dienstag, 14. Oktober 2008

Foul

Schwere Krise bei den Butterfingers. Trotz zahlreicher personeller Umstellungen nach der verheerenden Niederlage am Montag Abend, setzte es in der gestrigen Nightsession ein erneutes Debakel. Eine stark ersatzgeschwächte Mannschaft verlor gegen die Refsmoothers deutlich mit 36:18.
Die Serie von herben Niederlagen in der Netball-Hobbyliga für das Team Butterfingers geht weiter. Bereits das Spiel am Montag Abend zeigte die momentanen Probleme des jungen Teams aus Brisbane schonungslos auf. Taktisches Fehlverhalten in allen Mannschaftsteilen, insgesamt zu wenig Spieler auf dem Feld und fehlende Regelkunde wurden von der gegnerischen Mannschaft unbarmherzig bestraft. Die Ratlosigkeit innerhalb der Butterfingers war greifbar.
Allerdings blieb keine Zeit für ausführliche Analysen der montäglichen Demontage, stand doch schon am nächsten Abend ein weiteres Match an. Teammanager Rob Melloy entschied sich für eine Radikalmaßnahme. Bis auf ihn und den österreichischen Netball-Neuling Florian Zillner wechselte er die gesamte Mannschaft aus. Hauptsächlich auf Grund der Tatsache, dass keiner der Spieler vom Montag Zeit hatte.
In dem bunt zusammengewürfelten Team standen neben den Newcomern Zillner und Kitty (beiden teilen sich die Erfahrung von einem Netballmatch) der reaktivierte Cameron Murray, der vor zwei Jahren sein letztes Spiel absolviert hatte, auf dem Platz. Als wirkliche Verstärkungen bot Rob Melloy neben der auf der offensiven Winger-Position spielenden Margie, die überragende Werferin Kerstin als Goalattack auf.
Das Spiel begann vielversprechend. Die ersten Minuten verliefen ausgeglichen und nach acht Minuten versenkte Kerstin ihren fünften Wurf zum zwischenzeitlichen 7:8 aus Sicht der Butterfingers. Danach kam es zum erwarteten Einbruch. Einige Fehlwürfe des teilweise verunsichert wirkenden Zillner ( 2 Goals in den Anfangsminuten) und eine steigende Anzahl von Fouls ließen den Rückstand innerhalb weniger Minuten auf fünf Goals ansteigen.
Darüber hinaus nahm die Schiedsrichterin im mehr Einfluß auf den Spielverlauf. Zu Ungunsten der Butterfingers. Übermotiviert wurde beinahe jede Aktion der in Rückstand befindlichen Mannschaft als Regelverstoß ausgelegt und mit Freiwürfen für die Refsmoothers bestraft, die diese Geschenke des Referrees dankend annahmen und in Punkte umwandelten. Nicht unerwähnt sollte dabei bleiben, dass die Unparteiische die Regeln des an sich körperlosen Spiels im Gegensatz zu den meisten Spieler der Butterfingers kannte und somit auch oftmals mit ihren Entscheidungen richtig lag.
Am Ende der ersten Halbzeit lagen die Butterfingers mit 11:17 in Rückstand.
Als Reaktion auf ihre Schwächephase in den letzten zehn Minuten wurde die Mannschaft umgestellt. Cameron, der einen passablen Center abgegeben hatte, wurde in die Defensive beordert und tauschte seine Position mit Rob. Der erhoffte Effekt verpuffte völlig. Anstatt eine Aufholjagd zu starten gelang dem Team gar nichts mehr. So blieben sie in den ersten zehn Minuten der zweiten Halbzeit ohne Punkte. Auf der Gegenseite hielten die Stürmer der Refsmoothers ihren Trefferrhythmus der ersten Hälfte bei und ließen keinerlei Zweifel am Ausgang des Matches offen. Zu allem Überfluss handelte sich Cameron auf Grund wiederholten und dauerhaften Foulspiels eine Verwarnung der Schiedsrichterin ein und wandelte ab diesen Zeitpunkt am Rande sowohl eines Ausschlusses als auch eines Nervenzusammenbruchs.
Vorne ging gar nichts mehr. Mit betretener Mine verfolgte Zillner das Spiel vom Angriffsdrittel aus, das er nicht verlassen durfte. Brauchbare oder überhaupt Bälle bekam er so gut wie gar nicht serviert und so konnte er sein überragendes Talent, Bälle aus kürzester Distanz nicht zu verwerten, nicht präsentieren.
Erst gegen Ende des Spiels ließen die Refsmoothers und die Pfiffe gegen die Butterfingers nach und es gelang ihnen noch einige Punkte ihrem Konto hinzuzufügen. Was am deutlichen Endergebnis von 36:18 nichts mehr entscheidend ändern konnte.
Nach dem Spiel herrschte zunächst Ratlosigkeit, ob der vielen Fouls die der Mannschaft abgepfiffen wurden. Dankenswerterweise konnten die regelkundigen Mitspieler ihren Kollegen versichern, dass nicht die Schiedsrichterinnenleistung schuld an der herben Niederlage war. Es lag wohl mehr an dem Spiel Netball selber, das keinerlei körperlichen Kontakt zwischen Gegenspielern erlaubt. Für diejenigen, die von einer anderen Sportart zum Netball wechseln, bedeutet dies meist die größte Umstellung. Da man niemals die Möglichkeit erhält aufgestaute Aggressionen in einem fairen Zweikampf abzubauen. Am Ende eines Netballspieles ist man also höchstens noch frustrierter als davor.
Außer man hat gewonnen. Aber das taten die Butterfingers zum wiederholten Male nicht. Und wenn sie so weiter spielen, besonders mit diesen Spielern, dann wird das auch weiterhin so bleiben. Änderungen wären an sich ratsam.

Hut ab.

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