Sonntag, 2. November 2008

Maverick

Für eine Richtung muss man sich meistens entscheiden. Anders geht es nicht. Viele sagen, es soll immer nach vorne gehen. Nicht nach rechts oder links, Scheuklappen nichts dagegen. Für mehr als ein Drittel meiner Landsleute scheint hingegen der rechte Weg tatsächlich rechts zu liegen. Und die, die glauben nach links abgebogen zu sein, wandeln oftmals nur an der linken Abbiegespur entlang, bevor sie es mit der Angst zu tun bekommen und wieder in die Mitte schwenken.
Die Wirtschaft bewegt sich im Moment eher rückwärts. Oder sagen wir lieber sie beschleunigt negativ nach vorne. Immerhin nach vorne. Sogar die Amerikaner dürfen sich morgen für eine Richtung entscheiden. Für den klassen, schneidigen und telegenen Senator. Oder Barack Obama.
Das steht wohl alles um sonst da. So wie ich. Aber bei mir verhält es sich dann doch wieder ein wenig anders. Zumindest manchmal. Es ist nach wie vor so, dass ich die meiste Zeit sorglos und ohne Plan durch die Gegend laufe. Außer ich erhalte einen Anruf mit Aufruf. Hin und wieder darf ich mich ins Valley stellen und eine Band anschauen beziehungsweise anhören. Umsonst. Wie so vieles! Zuerst stehe ich auf der Gästeliste, danach vor der Bühne und später vor dem Club.
Warum? Na ja, die Konzerte sind meistens vorbei. Die Leute wollen mehr. Mehr Konzerte, mehr Bands, mehr Bier. Bei mir erhalten sie zwar nichts dergleichen, aber einen Zettel, der ihnen mehr Konzerte und mehr Bands anbietet. Das Bier kriegen sie in den Pubs um die Ecke. Nicht bei mir.
Im Garten leuchten die Lichterketten in die Nacht. Eine leichte Brise weht und das ganze schaut noch besser aus. Ist der Obama Barack ein Muslim?
Was ist mit Morgen? Wer weiß das schon. Kann uns ja auch schon wieder Wurscht sein, weil heute war auch okay. Die Lichterketten leuchten.
Ich soll mit dem trinken aufhören, höre ich mich sagen. Zu mir selbst. Dann lieber ein bisschen Kuchen, oder? Soll man lieber im Rausch sterben als nüchtern durch das Leben zu schreiten? Habe ich einen Lebensmenschen?
Wo wollen wir denn alle sein, wenn nicht im Hier und Jetzt?
Dein Lächeln ist heute so schön. Wo war es gestern?
Nennen wir es November. Wahrscheinlich kann man die Depressiven aus Österreich nehmen, aber nicht das Depressive aus dem Österreicher.
Leg dich ein wenig zu mir. Nur ganz kurz. Die Lichterketten leuchten so schön.


Hut ab.

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