Sonntag, 16. November 2008

Stormy

Es ist jeden Tag das selbe. Um einen Tag zu beginnen muss man aufstehen. Günstig wäre es auch, davor aufzuwachen. Manchmal ist das Aufwachen was gutes, etwas, das man gerne macht. So von ganzem Herzen, meine ich. Denn oftmals wird man munter, die Sonne lacht, oder sogar ein Mensch lacht einen an. Das kann mitunter noch mehr.
Ich kann mitunter nicht mehr. Zum einen kann ich seit einiger Zeit nicht mehr besonders gut schlafen. Ursache unbekannt. Jeden Tag liegt es an etwas anderem. Am Freitag waren es sicherlich die vielen Biere, die ich mir zuhause mit Melloys Arbeitskollegen reingezogen habe, nur um zwei Uhr früh auf das Hausdach zu klettern und den Mond anzuschauen, die Sterne dazu und die Ruhe über der Stadt zu fühlen. Nicht zu vergessen, das eine oder andere Bier wurde auch dort getrunken.
Am Samstag waren dann offensichtlich drei Stunden ausreichend um den Tag in Angriff zu nehmen. Es wurde ein sehr langer Tag. Inklusive Final-Niederlage für den Non-Athletic FC. Dazu Biere nach dem Spiel, bei einem gemütlichen Picknick im Park und daran anschließend im Valley während eines Gigs im The ZOO.
Aber der Körper ist ein Hund. Anstatt mich komatösen Schlaf zu segnen, täuscht er diesen für drei Stunden nur an um sich nach Ablauf dieser Frist an den Abbau des Alkohols zu machen. Dieser Vorgang ist für einen gesunden Schlaf ungefähr genauso fördernd wie der Nachbar, der sonntags um sieben Uhr am Morgen den Rasen mäht. Eher schwierig, das gut zu finden.
Durch den gestrigen Tag schleppte ich mich übernachtig wie was weiß ich, oder besser gesagt wurde geschleppt. Es war ein sehr heißer, schweißtreibender Tag, der allerdings gegen vier Uhr ein abruptes Ende nahm. Über der Stadt ging eines der heftigsten Gewitter der letzten Jahre nieder. Und hier sind das wirklich keine Wischi-Waschi-Gewitter.
Das Gewitter brachte Zerstörung, aber auch Abkühlung. Auch heute mag man noch nicht vor die Türe gehen. Ich mag nicht. Alleine sitze ich herum.
"I just don't know what to do with myself" dröhnt aus den Boxen im Wohnzimmer, während ich im " Mann ohne Eigenschaften" schmökere. Ja, die Ironie sitzt neben mir und lacht mich seit Stunden aus. Ich sage ihr, sie soll aufhören, aber offensichtlich will sie nicht. Und so laufen die White Stripes in Endlosschleife. Ich wollte eine Liste mit meinen Eigenschaften anfertigen und bin gescheitert.
Der Hund will, dass ich ihn mit nehme auf den Weg ohne Ziel. Ein Begleiter wäre sicher nicht schlecht. Kathy und Cameron werden bald zurückkommen und ich werde schlechte Nachrichten zu übermitteln haben. Wir haben weder Milch noch Brot und Camerons Haus hat einiges vom gestrigen Gewitter abbekommen. Die werden sich freuen.
Vielleicht sollte ich einfach tun. Was? Weiterlesen! Aufwachen! Regierungsverhandlungen abbrechen!
Die Wahrheit ruht für heute. Sie ruht sich aus. Ich mich auch. Morgen soll es noch mehr regnen. Ich glaube, ich muss mal wieder raus.
Oder einfach mehr schlafen. Bier habe ich noch keines getrunken. Das könnte klappen.


Hut ab.

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