Es gibt Momente, da ist es schwierig die richtigen Worte zu finden. Am liebsten würde man irgendetwas hinausplärren, nur damit was gesagt ist. Ein "Woah" oder ein "Na Bumm" reicht meistens. Es steht sowieso keiner da und sagt auf einen solchen Ausdruck der Überwältigung etwa:
" Geh weiter, das ist schon ein bisschen ganz simpel ausgedrückt! Hättest dich schon ein wenig gewählter ausdrücken können."
"Dafür habe ich nicht zweimal hintereinander ausdrücken verwendet."
"Ist wohl auch unmöglich, wenn man für seinen Satz nur zwei Worte braucht!"
"Das reicht."
"Findest du?"
"Ja, ich denke schon, dass hin und wieder zwei Worte genug sind, um zu beschreiben, was man gerade fühlt."
"Ich nicht."
"Was, ich nicht?"
"Ich denke nicht, dass man mit zwei Worten auszudrücken vermag, was man in einem Moment wahrnimmt."
"Jetzt hast du schon wieder ausdrücken gesagt."
"Ich gewinne den Eindruck, dass dich beeindruckt, wie mein Ausdruck mit dem Wort Ausdrücken an Ausdruck gewinnt."
"Genial, aber du gewinnst auch immer beim Gewinnen, nicht wahr?"
"Es reicht."
"Was denn?"
"Alles!"
"Wieso?"
"So halt."
"Verstehe ich nicht. Was reicht dir?"
"Mir reicht gar nichts, denn ich habe nichts erreicht."
"Ich werde aus dir nicht schlauer."
"Ich doch auch nicht."
"Dann sind wir wenigstens schon zu zweit."
"Wie das?"
"Wir werden beide aus dir nicht schlau. Das meine ich."
"Dabei wäre es so einfach gewesen. Ich hätte ausschlafen können, speziell meinen Rausch von gestern. Aber nein, um sieben Uhr rufen sie mich an und fragen, ob ich mit fahren mag. Schnorcheln und Fischen. Na sicher, sage ich, wieso nicht."
"Das ist doch wohl nicht das schlechteste."
"Ist es nicht. Dennoch stellt sich mir die Frage, warum ich jetzt dastehe und dir erklären muss, dass "Na Bumm" kein adäquater Ausdruck für eine eben durchlebte Emotion ist."
"Ich will ja nichts sagen...."
"Aber?"
"Du hast schon wieder Ausdruck verwendet!"
"Schrei nicht so! Das ist ja lächerlich. Ich kann mich ausd...., ich kann reden wie ich will. Du hast kein Recht, dich darüber aufzuregen."
"Dafür hast du das Recht, mich für mein Na Bumm zu kritisieren."
"Du willst es nicht verstehen."
"Darum geht es doch nicht."
"Um was dann?"
"Keine Ahnung, um was geht hier eigentlich?"
"Warte, es geht darum, dass man auf einem kleinen, schnittigen Motorboot, das vor einem unglaublich schönen Riff liegt, nicht "Na Bumm" sagt, wenn einem etwas taugt. Auch dann nicht, wenn man beim Schnorcheln Sachen sieht, die man sich nicht einmal im Traum vorstellen kann."
"Stimmt."
"Doch im Grunde wollte ich dir was sagen. Oder zeigen. Etwas bombastisch schauerlich schönes. Da unter Wasser. Da war eine Schildkröte, die war sicherlich fünf Meter groß. Die hat sich von ein paar Fischen den Panzer reinigen lassen und ich bin einfach über ihnen an der Wasseroberfläche geschwebt und habe minutenlang zu gesehen."
"Verstehe und was wolltest du mir sagen oder zeigen?"
"Da die Schildkröte, schau an wie groß sie ist! Und wie nahe wir an ihr dran sind. Setz deine Taucherbrille auf! Wir schwimmen zu ihr."
"Wo ist sie die Schildkröte? Ich sehe nicht."
"Da ist sie, direkt vor dir. Sie schaut dich an und du hast keinen blassen Schimmer, wie du darauf reagieren sollst."
"Na Bumm!"
"Geh weiter, das ist aber ein bisschen ganz simpel ausgedrückt! Hättest dich schon ein bisschen gewählter ausdrücken können."
"Dafür habe ich....."
Hut ab.
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vor 4 Jahren
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